Vermittlungshilfe***Coco ist uns persönlich nicht bekannt und befindet sich nicht im Tierheim.
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„Coco sucht ein neues Zuhause
Coco wurde am 07.07.2022 geboren und ist mittlerweile 4 Jahre alt. Ursprünglich kommt er von der Nordsee und kam unter nicht ganz korrekten Angaben zu uns. Er hatte in seinem bisherigen Leben leider nicht die besten Voraussetzungen und lebte unter anderem in einem Haushalt mit sieben Kindern. Eine konsequente Erziehung oder grundlegende Alltagserfahrung hat er dort kaum kennengelernt. Entsprechend bringt Coco einige Baustellen mit, gleichzeitig aber auch viele liebenswerte Eigenschaften.
Bei uns hat er zunächst lernen müssen, was im Alltag selbstverständlich sein sollte. Die Fütterung war anfangs ebenfalls ein Thema: Er wurde zuvor unter anderem vom Tisch gefüttert, was bei ihm zu Durchfall geführt hat. Mit einfachem Trockenfutter kommt er inzwischen gut zurecht. Gelegentlich bekommt er auch einmal eine Wurst oder etwas Vergleichbares, was er gut verträgt.
Das Alleinbleiben war zu Beginn schwierig. Coco hat zunächst gejault, wenn er alleine bleiben musste. Mit der Zeit wurde es besser, inzwischen kommt er grundsätzlich damit zurecht. Allerdings zeigt er mittlerweile ein unerwünschtes Verhalten, wenn er alleine ist, und macht dann teilweise in die Wohnung. Hier sollte ein zukünftiges Zuhause Geduld und Bereitschaft für weiteres Training mitbringen.
Auch Autofahren kennt Coco bisher kaum. Die siebenstündige Fahrt von der Nordsee zu uns war für ihn sehr stressig, weshalb wir ihn seitdem nicht mehr im Auto mitgenommen haben. Wie er sich nach entsprechend langsamem und positivem Training beim Autofahren entwickeln würde, können wir daher nicht beurteilen.
Im Umgang mit anderen Hunden ist Coco grundsätzlich eher neutral. Größere Hunde interessieren ihn beim Vorbeigehen meist wenig. Bei Hunden von Freunden zeigt er dagegen durchaus Spielfreude. Wenn kleine Hunde ihn anbellen, bellt er gelegentlich zurück, sucht den Kontakt zu ihnen aber eigentlich nicht. Insgesamt würden wir ihn daher nicht als grundsätzlich unverträglich mit anderen Hunden beschreiben.
Menschen gegenüber ist Coco sehr offen – allerdings auch ausgesprochen distanzlos und stürmisch. Egal ob bekannte Personen oder völlig fremde Menschen: Er freut sich über jeden und begrüßt Menschen gerne überschwänglich, häufig auch durch Anspringen. Das ist nicht böse gemeint, kann aufgrund seiner Kraft und seines wilden Auftretens aber durchaus anstrengend sein. Hier braucht er klare Grenzen und konsequentes Training.
Mit unseren Katzen hat Coco eine Entwicklung durchgemacht. Anfangs war er ihnen gegenüber sehr dominant und musste erst lernen, ihren Raum und ihre Grenzen zu akzeptieren. Mittlerweile verstehen sie sich sehr gut und sind zu einem eingespielten Team geworden. Mit Kindern ist Coco grundsätzlich unkompliziert. Auch hier ist er eher wild und distanzlos, bisher kam es jedoch zu keinerlei Vorfällen.
Ein wichtiges Thema ist sein Futter- und Ressourcenverhalten. Wenn Coco etwas Essbares sieht, das nicht für ihn bestimmt ist, versucht er durchaus, es sich zu nehmen. Möchte man ihm etwas wegnehmen, reagiert er unmittelbar mit Bellen und Knappen. Das Knappen kann dabei auch in leichtes Beißen übergehen. Dieses Verhalten sollte unbedingt ernst genommen und in einem erfahrenen Zuhause fachkundig trainiert werden. Wir möchten dies ausdrücklich nicht verschweigen, damit Interessenten wissen, worauf sie sich bei Coco einlassen.
Coco ist außerdem sehr eifersüchtig und besitzergreifend. Wenn wir uns als Paar umarmen, möchte er sich sofort dazwischendrängen. Auch wenn wir andere Tiere streicheln oder beispielsweise auf den Arm nehmen, kann es vorkommen, dass er uns anbellt. Er möchte seine Menschen am liebsten ganz für sich haben.
Ein weiterer großer Punkt ist die Leinenführigkeit. Coco läuft aktuell nahezu wie ein unerzogener Welpe an der Leine. Er zieht sehr stark und benötigt aufgrund seiner Kraft entsprechend viel körperlichen Einsatz, um ihn bei sich zu halten. Eine gute Leinenführigkeit muss mit ihm daher noch konsequent aufgebaut werden.
Trotz all dieser Baustellen ist Coco ein unglaublich verschmuster Hund. Er liebt die Nähe zu seinen Menschen und genießt es sehr, gemeinsam auf der Couch zu liegen und ausgiebig gekrault zu werden. Er sucht die Nähe, ist menschenbezogen und möchte grundsätzlich dazugehören. Hinter seinem wilden, manchmal anstrengenden Verhalten steckt kein „böser“ Hund, sondern ein Hund, der in seinem bisherigen Leben vieles nicht gelernt hat und klare, verlässliche Führung benötigt.
Coco juckt sich außerdem sehr häufig und teilweise dauerhaft. Wir haben dies tierärztlich abklären lassen, bisher konnte jedoch keine konkrete Ursache dafür festgestellt werden.
Warum wir Coco schweren Herzens abgeben
Die Entscheidung, Coco abzugeben, fällt uns alles andere als leicht. Wir erwarten demnächst ein Baby, und gleichzeitig arbeitet einer von uns Vollzeit. Wir haben uns deshalb intensiv mit der Frage beschäftigt, ob und wie wir Coco seinen Bedürfnissen entsprechend gerecht werden können.
Nach Rücksprache mit mehreren Hundetrainern wurde uns deutlich gemacht, dass die Erziehung und das Training bei Coco voraussichtlich deutlich mehr Zeit und konsequente Arbeit benötigen werden, als wir ursprünglich angenommen hatten. Hätten wir gewusst, wie umfangreich seine Baustellen tatsächlich sind, hätten wir ihn unter den damaligen Umständen nicht zu uns geholt.
Mit der bevorstehenden Geburt unseres Kindes ist für uns zudem nicht absehbar, wie sich die Situation im Alltag entwickeln würde. Wir möchten weder Coco noch unserem zukünftigen Kind eine Situation zumuten, in der wir seinen Bedürfnissen aufgrund von Zeitmangel oder der neuen Lebenssituation nicht mehr gerecht werden können.
Diese Entscheidung treffen wir deshalb nicht, weil Coco uns egal ist – ganz im Gegenteil. Wir geben ihn schweren Herzens ab, weil wir ehrlich zu uns selbst sein müssen und glauben, dass es für ihn ein Zuhause geben kann, in dem mehr Zeit, Erfahrung und Ruhe vorhanden sind, um mit ihm zu arbeiten.
Unser größter Wunsch ist daher, dass Coco nicht einfach irgendeinen neuen Besitzer findet, sondern ein Zuhause mit Zukunft. Menschen, die ihn wirklich kennenlernen, seine Baustellen kennen und bereit sind, mit ihm daran zu arbeiten. Wir wünschen uns für ihn einen Platz, an dem er ankommen darf, geliebt und verstanden wird und an dem er im besten Fall bis ins hohe Alter bleiben darf.
Coco ist sicherlich kein Hund, der „einfach so mitläuft“. Wer einen unkomplizierten, perfekt erzogenen Hund sucht, wird mit ihm wahrscheinlich nicht glücklich werden. Wer jedoch bereit ist, Zeit, Geduld und Training zu investieren, bekommt einen sehr anhänglichen, verschmusten und lebensfrohen Hund, der trotz seiner bisherigen Erfahrungen noch viel lernen und sich weiterentwickeln kann.
Uns ist wichtig, für Coco ein Zuhause zu finden, in dem nicht nur seine schönen Seiten gesehen, sondern auch seine Baustellen verstanden und angenommen werden. Wir möchten ihn nicht schönreden – wir möchten die passende Familie für genau den Hund finden, der er ist.“